Blocking Schemes

Wie auch schon in meinem Post über Personnel Groupings geschrieben, ist ein Blick während dem Spiel abseits des Balls durchaus interessant. In diesem Post geht es um die Offensive Line und die verschiedenen Blocking Schemes, die von den Lineman genutzt werden können. Auch werden Hinweise für den Quarterback und Fullback/Halfback gezeigt.

O-Line im Detail

In der Offensive Line hat jeder Spieler, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussehen mag, seine eigenen Aufgaben und Eigenschaften. Die beiden Tackles an den Seiten der Offensive Line sind in der Regel die größten Spieler in einem Team. Hierbei wird der bessere Passverteidiger auf der linken Seite (der Blind Side) eingesetzt, der bessere Laufblocker dann auf der rechten Seite. Direkt neben den Tackles stehen die Guards. Oftmals sind diese kleiner und etwas schwerer und kümmern sich primär im die Defensive Tackles auf der anderen Seite. Hier in den „inneren Kämpfen“ geht es viel um Kraft.

Als letzter Spieler in der Offensive Line bleibt nun noch der Center, der Spieler, der den Ball zum Quarterback snappt und in der Mitte steht. Er ist aber auch derjenige, der sich einen Überblick über Probleme bei den angedachten Blocks oder Lücken in der Verteidigung verschafft. Ihr habe sicher schon oft gesehen, dass der Center auch verschiedene Spieler der Defense zeigt, bevor er sich auch vollständig in die Three-Point-Stance begibt. Schön zu sehen ist das hier im Spiel der Iowa Hawkeyes gegen Ohio State.

Auch wenn man den Kommentator dann sagen hört, dass der Tackle oder der Guard einen Fehler gemacht hat, war es doch oft eine Fehlinterpretation des Centers der aktuellen Situation.

Blocking Schemes

In der heutigen NFL und im Football allgemein gibt es zwei Hauptformen der Blocking Schemes, die beide in fast allen Spielen genutzt werden. Dabei ist es Grundlegend, dass jeder in der Offensive Line beide Schemen beherrscht, auch wenn eine primär fokussiert wird. Die Schemen werden als Man Blocking und Zone Blocking beschrieben.

Man Blocking

Das Man Blocking ist genau, was der Name schon sagt: Jeder Spieler der Offensive Line hat bekommt einen Gegenpart der Defense zugewiesen, der geblockt wird. Es liegt hier an der Offense zu blocken, da das primäre Ziel der Defense lautet in die gegnerischen Reihen vorzudringen und den Quarterback unter Druck zu setzen oder gar zu sacken. Im genannten Spiel der Hawkeyes gegen Ohio State gibt es einen Spielzug, dessen Kameraeinstellung das sehr schön zeigt. Im folgenden Diagramm ist der Spielzug nachgestellt. Die Offensive Line blockt die Spieler der Defense um eine Pocket zu bilden und dem Quarterback Zeit zu geben, den Tight End anzuspielen. Der Spielzug kann hier angesehen werden.

Iowa Hawkeyes vs. Ohio State - Man Blocking
Iowa Hawkeyes vs. Ohio State – Man Blocking

Der Center ist hier die Schlüsselperson, da er eventuell benötigte Double Blocks identifiziert, wie hier gegen den Tackle im Hawkeyes Spiel. Center und Quarterback kommunizieren hier stark miteinander und den anderen Spielern, um ihnen mitzuteilen, was zu erwarten ist. In Laufspielzügen sind die Defense Spieler oftmals durchnummeriert, um das Blocken einfacher zu machen. Die Nummerierung beginnt in der Mitte, so dass der Spieler, der dem Center am nächsten ist die Nummer 0 bekommt, hier im Beispiel der Tackle. Fungiert ein Guard als Lead Blocker für den Runningback, so spricht man von Pulling. Hierbei positioniert sich der Guard nach dem Snap vor dem Back und blockt im regelrecht den Weg frei.

Zone Blocking

Der größte Unterschied zum Man Blocking ist, dass die Offensive Line beim Zone Blocking seitlich nach vorne stößt. Die einzelnen Spieler blocken hier nicht einen zugewiesenen Gegner, sondern alles, was ihnen in den Weg, also in ihre Zone kommt. Die Linie bewegt sich hierbei in die Richtung, in die der Laufspielzug geht. Das Zone Blocking Schema ist also primär ein Schema für Laufspielzüge.Durch das Zone Blocking entstehen dann entsprechende Lücken in der Defense, wenn im Idealfall 2 Offensive Linemen einen Spieler der Defense blocken. Beim Zone Blocking gibt es weiterhin 2 Alternativen für den Laufspielzug. Man unterscheidet zwischen Inside Zone Blocking und Outside Zone Blocking. Hier ist primär der Weg des Backs als Ballträger ausschlaggebend. Läuft der Back durch die Offensive Line, also zwischen Tackle und Guard beispielsweise hindurch, so spricht man von Inside Blocking. Führt der Weg am äußeren Tackle oder Tight End vorbei, spricht man von Outside Blocking.

Inside Zone Blocking
Inside Zone Blocking
Outside Zone Blocking
Outside Zone Blocking

Spielrichtung und Lesen der Defense

Ob der aktuelle Laufspielzug jetzt nach rechts oder links geht, hängt zum einen vom angesagten Spielzug, zum anderen aber auch von der Defense selbst ab.

Nehmen wir an, wir haben eine Zone-Blocking nach rechts und die Defense in 3-4 Formation steht wie folgt:

Laufspielzug mit Zone Blocking
Laufspielzug mit Zone Blocking

Dann denkt man sich ausgehend vom Center eine imaginäre Linie nach oben und zählt die Spieler auf jeder Seite der Linie. Hier 4 Spieler (ohne Safeties und Cornerbacks) auf der linken Seite der Defense und nur 3 auf der rechten Seite. Damit würde man ein Laufspiel idealerweise nach rechts starten, mit entsprechendem Zone-Blocking, wie im Diagram gezeigt. Gleiches gilt für die andere Seite entsprechend.

Da es sich bei den Blocking Schemen um ein doch weitläufiges Feld handeln kann, je nach Mannschaft und Playbook, soll das hier geschriebene als ein Einsteig in die Blocking Scheme Theorie gelten. Das Schauen von Spielen schult auch hier den Blick und lässt einiges auch schon vor dem Snap erahnen. Zum Lesen der Defense wird es nochmals auf Grund der Komplexität einen eigenen Artikel geben.

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