Was sind Personnel Groupings?

Nach den allgemeinen Einführungen werde ich jetzt mal etwas taktischer/technischer. Beim American Football ist es nicht alles, nur den Ball zu beobachten. Mindestens genauso wichtig und auch interessant ist es, sich die Aufstellung allgemein anzusehen und abzuschätzen, ob es jetzt einen Lauf- oder Passspielzug geben wird. Darauf aufbauend kann man dann beurteilen, ob die Aufstellung der Defense geeignet ist, oder möglicherweise nicht. Hier spielen die Personnel Groupings eine entscheidende Rolle.

Sieht man beispielsweise seinem favorisierten Team bei einem Offense Spielzug zu, kann man einschätzen was passiert und ob der Versuch eher erfolgreich ist, basierend auf der Reaktion der Defense. Natürlich auch anders herum.

Worum geht es hier eigentlich?

Personnel grouping ist ein Begriff für die Verteilung oder Gruppierung von Offense Spielern auf dem Feld. Der Begriff beschreibt, wieviele Runningbacks, Tight Ends und Wide Receiver jeweils beim aktuellen Spielzug auf dem Feld vertreten sind. Hierbei hat sich dann ein Zahlensystem durchgesetzt. Stehen auf dem Feld beispielsweise ein Runningback und zwei Tight Ends, spricht man von einer 12 grouping. Bei zwei Runnungbacks und keinem Tight End würde man also von einer 20 sprechen. Da mit den Lineman und dem Quarterback bereits 6 Spieler fest auf dem Feld stehen (5 Linemen + QB), kann man sich anhand der Grouping die Zahl der Wide Receiver schnell ausrechnen. Bei einer 20 Grouping hätten wir 5 Linemen, 1 Quarterback, 2 Runningbacks, 0 Tight Ends und 3 Wide Receiver um auf 11 Spieler insgesamt zu kommen.

Was bringt mir das eigentlich?

Anhand der Grouping können wir recht einfach einschätzen, welcher Spielzug kommen wird. Sieht man auf dem Feld eine 01 Grouping, bedeutet dies, dass keine Runningbacks und nur ein Tight End auf dem Feld stehen. Analog der Rechnung weiter oben werden dann 4 Wide Receiver eingesetzt, was stark vermuten lässt, dass ein Passspiel erfolgt. Bei einer 23 Grouping wäre auf der anderen Seite sehr mit einem Laufspiel zu rechnen, da 2 Runningbacks und 3 Tight Ends auf dem Feld sind. Hier wäre kein Platz mehr für einen Wide Receiver. Soll dennoch gepasst werden, könnten die Wide Receiver nach einem Audible angespielt werden.

Die folgende Tabelle gibt einen schnellen Überblick über die verschiedenen Groupings:

GroupingRBTEWR
00005
01014
02023
10104
11113
12122
13131
20203
21212
22221
23230

Wie sieht das in der Praxis aus?

Auch wenn das jetzt nach viel klingt, kann man sich eine einfache Tabelle machen und während dem Spiel ausfüllen. Das trainiert zum einen das Erkennen der Formationen, zum anderen hat man so sehr schnell das Pass/Lauf Verhältnis pro Quarter und kann mögliche Anpassungen erahnen. Ich nehme jetzt mal das erste Quarter vom Super Bowl LII, also dem Super Bowl 2018, Eagles gegen Patriots:

 Philadelphia EaglesNew England Patriots
Gesamt75256733
PassLauf% Pass% LaufPassLauf% Pass% Lauf
0000000000
010000101000
0200001000
103010000000
11737030536337
12101000101000
130101000000
2000000000
211010000000
2200000000
2300000000

Wie man sehen kann, haben beide Teams im ersten Quarter bevorzugt mit 3 Wide Receivern, einem Running Back und einem Tight End gespielt. Dabei war das Spiel von Brady etwas ausgewogener, als das von Foles, der 3/4 der Spiele als Passspielzug gespielt hat. Brady hat hier nur 2/3 als Pass gespielt.

Anhand dem Beispiel kann man gut erkennen, dass es gewisse Präferenzen seitens der Quarterbacks gibt. So hat Foles bei der Grouping 10, also 1 Running Back und 4 Wide Reciever im ersten Quarter nur gepasst, wie auch bei der Option mit 2 Runningbacks und einem Tight End, was eher nach einem Laufspielzug aussieht. Hier hat sich Brady für beides entschieden und 2 mal gepasst, wie auch 2 mal einen Laufspielzug verwendet.

[Gesamt:2    Durchschnitt: 4/5]

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